Unter biologischer Zahnheilkunde verstehen wir eine Zahnheilkunde, welche den Organismus „Mensch“ „biologisch“ betrachtet. Dabei erkennen wir, dass das Kauorgan sehr eng mit dem gesamten Körper verbunden ist und sich in direkter Nachbarschaft eminent wichtiger Organe befindet. Schließlich sind nahezu alle Sinnesorgane um das Kauorgan angeordnet und das Gehirn befindet sich in unmittelbarer Nähe.
Die Bedeutung des Kausystems zeigt sich auch in der Tatsache, dass der fünfte Gehirnnerv (Nervus trigeminus), der das Kausystem versorgt, der größte Hirnnerv ist. Er beansprucht 50% des Raumes alles Hirnnerven für sich.
Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Vernetzung des Kausystems mit dem gesamten Organismus durch das System der Meridiane. Diese verlaufen nicht nur durch das Zahnsystem, sondern werden durch die etwa 15 000 Zahnkontakte täglich beständig aktiviert.
Zahnlosigkeit zieht deshalb eine Verkümmerung des assoziierten Meridians nach sich, was man durch Akupunktur oder Reflexzonenmassage nur teilweise ausgleichen kann. Deshalb ist es so ungemein wichtig, dass Zahnlücken möglichst rasch durch neutrale Keramikimplantate geschlossen werden, damit die betroffenen Meridiane wieder angemessen aktiviert werden.
Auch die Situation des Kiefergelenks spielt eine große Rolle. Sowohl die Statik der Wirbelsäule als auch die Durchblutung des Gehirns und dessen venösen Abfluss sind davon abhängig. Durch einen Bisshöhenverlust wird die Region der großen hirnversorgenden Gefäße am Hals komprimiert. Dadurch wird einerseits der Blutzufluss zum Gehirn eingeschränkt. Ein Bisshöhenverlust von 1 mm reduziert dabei die
Durchblutung des Gehirns um rund 50 %.
Auch wurde ein Zusammenhang zwischen Bisshöhenverlust und neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz und kognitiven
Störungen erkannt.
Andererseits können Gifte und Abfallstoffe aus dem Gehirn nur über eine ausreichend weite Vena jugularis abfließen. Dies ist umso wichtiger, als dass das Gehirn kein Lymphsystem besitzt, sondern der Abtransport durch das sog. „Glymphatische System“ erfolgt : in der Nacht schrumpfen die Gehirnzellen um bis zu 60 % und generieren dadurch einen Hohlraum zwischen den Zellen, über welchen diese Gifte abfließen können.
Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit dieses System ist allerdings, dass nachts alle Stressquellen abgestellt sind. Dazu gehören u.a. alle EMF-Quellen wie Mobilfunk, WLAN etc.

Es existiert neben dem oralen System kein anderes Organ oder Körperregion in unserem Organismus, welche in solchem Ausmaß mit Schwermetallen, Legierungen, giftigen Materialien, toten Körperorganen und Entzündungen durchsetzt ist.
So ist die Zahnmedizin beispielsweise die einzige medizinische Disziplin, welche toleriert, ein totes Organ im Körper zu belassen. Ein weiterer fataler Störfaktor der Neuzeit wird dadurch ermöglicht, dass das Zahnfleisch zum Ektoderm ( Körperaußenseite ) gehört, der Knochen jedoch zum Mesoderm ( Körperinnenseite ).
Wenn wir etwas Giftiges essen, dann befindet sich dies in Mundhöhle, im Magen und im Darm noch immer außerhalb des Ektoderms, also
auf der Körperaußenseite. Erst wenn es resorbiert wurde, befindet es sich im Meso- oder Endoderm. Ist nun der Verbund zwischen Zahnfleisch ( Ektoderm ) und Knochen ( Mesoderm ) zerstört, wie dies bei einer Parodontitis bei fast allen Menschen der Neuzeit
der Fall ist, dann können Erreger und Toxine direkt wie ein Trojanisches Pferd in den Körper gelangen.
Dies ist ein Schock für das Immunsystem und der Grund dafür, dass Zahnfleischerkrankungen das Risiko für Herzerkrankungen maximal begünstigen. Das Keramikimplantat besitzt die herausragende Eigenschaft, dass das Zahnfleisch an die Keramik anwächst und somit die „immunologische Türe“ wieder fest verschließt. Im Gegensatz dazu wächst an Titan das Zahnfleisch niemals an, was bedeutet, dass durch Titanimplantate die immunologische Türe lebenslang sperrangelweit offen steht.
In Zusammenschau der genannten Faktoren ist es verständlich, weshalb Experten bei über 60% aller chronischen Erkrankungen eine Beteiligung von Störfaktoren im dentalen Bereich annehmen. Im Zentrum dieses Wissens um die Zusammenhänge zwischen Störungen im Kausystem und dem übrigen Organismus steht die „Fokale Infektion“. Dies bedeutet nichts anderes, als das an einer Stelle des Organismus ein Herd / Fokus vorliegt, der an einer anderen Stelle eine Reaktion oder Störung hervorruft.
Dieser Begriff wurde von dem wohl berühmtesten Zahnarzt aller Zeiten, Dr. Weston Price, geprägt, der über 30 Jahre Forschungs- und Fortbildungs-Präsident der ADA American Dental Association war und dem die Notwendigkeit der Sarnierung dieser Foki seit langem
bekannt war.
Seine Arbeit wurde und wird weiterhin unterstützt durch biologische Zahnärzte und Ärzte wie Thomas Levy, Johann Lechner, Boyd Haley, Ulrich Volz, Dietrich Klinghardt, Joachim Mutter und viele andere.
Das Dilemma bestand bislang allerdings darin, dass am Ende der „notwendigen Aufräumarbeiten“ oft ein „Feld der Verwüstung“ zurückblieb, wo dann Lücken durch Prothesen und Knochenaufbauten weiter behandelt werden mussten. Die Patienten waren oft für Wochen nicht gesellschaftsfähig, litten unter starken Schmerzen und massiven Schwellungen und waren teils Jahre damit beschäftigt, wieder einen halbwegs anatomischen und ästhetischen Zustand zu erlangen.

Dies war das Handicap der Ganzheitlichen Zahnheilkunde in der Vergangenheit: die Patienten verstanden zwar die Notwendigkeit einer radikalen Therapie auf dem Weg zur Gesundung, waren jedoch mit der zur Verfügung stehenden Lösung nicht optimal zu versorgen.
Der Ansatz der biologischen Zahnheilkunde gibt eine Antwort auf diese Manko und besteht darin, die dargestellten logischen Zusammenhänge umfassend zu erkennen, in das gesamte Handeln einzubeziehen und daraus ein gleichermaßen einfaches wie auch
hocheffizientes Behandlungskonzept abzuleiten. Im ersten Schritt werden alle nichtbiologischen bzw. nicht-neutralen Materialien unter maximalen Schutzmaßnahmen entfernt, ebenso wie alle toten Organteile und Entzündungen.
Hierbei wird das Immunsystem aktiviert und nicht durch den Einsatz von oralen chemischen Medikamenten noch zusätzlich geschwächt. Im zweiten Schritt werden Erhalt und Rekonstruktion des Kausystems unter Anwendung von metallfreien und neutralen Werkstoffen durchgeführt, immer unter dem Aspekt, die Anatomie, den Knochen, das Weichgewebe und damit die Ästhetik zu erhalten bzw. wiederherzustellen.