Aufklärung über gesundheitliche Risiken wurzelbehandelter Zähne

Woher kommt der Zusammenhang zwischen chronisch entzündlichen Erkrankungen, Autoimmunreaktionen und wurzelbehandelten Zähnen ?

Die Antwort ist simpel : pathogene Bakterien und hochgiftige Abbauprodukte.
Wie sind Zähne an der Entstehung chronischer Erkrankungen beteiligt?
Wurzelbehandelte Zähne sind tote Zähne. Auch die beste Mikro-Endodontie wird kaum eine komplett bakteriendicht abgeschlossene
Wurzel realisieren können. Akzessorische Seitenkanäle und die Endo-Paro Verbindung über die Dentintubuli bleiben bestehen.
Der abgestorbene Zahn, der einmal ein Organ mit eigener Nerv- und Blutversorgung war, verbleibt als toter Pfeiler in der Mundhöhle.
Er wird durch unterschiedliche, teils unbekannte Species anaerober, pathogener Bakterien besiedelt, die das verbleibende organische Gewebe zersetzen und schädliche Stoffwechselprodukte ( Toxine ) absondern.

Toxine
Diese pathogenetischen Bakterien produzieren aus den Aminosäuren Cystein und Methionin als Nebenprodukte des anaeroben Stoffwechsels hochgiftige und potenziell krebserrregende Schwefelwasserstoffverbindungen ( Thioaether / Mercaptan ).
Diese Toxine können durch irreversible Hemmung am aktiven Zentrum vieler lebenswichtiger körpereigener Enzyme zur Ursache vielfältiger System- und Organerkrankungen werden.
Die Hemmung wichtiger Enzyme in der Atmungskette von Mitochondrien wurde in vitro nachgewiesen.
Bei jedem Kauvorgang werden diese Bakterien in und v.a. deren Toxine in das Lymphsystem des umliegenden Gewebes abgegeben.
Von hier gelangen sie in die Blutbahn ( fokale Infektion ) und in den gesamten Körper.

Welche Bakterien lauern im toten Zahn ?
In einer Studie von Siqueira et al. Waren in allen endodontisch behandelten Zähnen mit apikaler Entzündung Mikroorganismen nachweisbar, was den Verdacht einer chronischen Infektion nahelegt.
Richardson et al. weisen 75 verschiedene Bakterienstämme in wurzelbehandelten Zähnen mit apikaler Ostitis nach.
Besonders häufig findet man in und um die toten Zähne enterococcus faecalis, capnocytophaga ochracea, fusobacterium nucleatum, leptotrichia buccalis, gemella morbillorum und porphyromonas gingivalis.
Vier dieser benannten Spezies befallen das Herz, drei das Nervensystem, zwei davon Nieren und Gehirn, eine die Kieferhöhle.
Ist auf dem Röntgenbild eine Entzündung der Wurzelspitze zu erkennen, ist die Misserfolgsquote einer Wurzelbehandlung auf Grund der chronischen Infektion deutlich erhöht.

Immunantwort
Die vitale, gesunde Pulpa und damit das Immunsystem spielen bei der Abwehr dieser Keime eine entscheidende Rolle.
Häufig entwickelt sich die durch die Besiedelung entstehende chronische Infektion zu einer chronischen Entzündung des umgebenden Knochens und das Immunsystem wird dauerhaft aktiviert.
Die im Zuge der unspezifischen Immunreaktion aktivierten Makrophagen setzen sogenannte Entzündungsmediatoren wie TNF-alpha, IL-1, Wachstunsfaktoren, Prostaglandine (PGE2) und Leukotriene frei, die in der Blutbahn zirkulieren. Diese Entzündungsmediatoren begünstigen die Entwicklung oder Verschlechterung von chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen. Zusätzlich kommt es zur Stimulation von T-Lymphozyten, die ihrerseits TNF-beta produzieren, das auch im Verdacht steht chronische Entzündungen und Krebserkankungen zu begünstigen. TNFbeta erhöht nachweislich das Risiko an postmenopausalem Brustkrebs zu erkranken.
T.Rau von der Paracelsus Klinik konnte einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Zähnen nachweisen. Bei über 96 % der Brustkrebspatienten fand er wurzelbehandelte Zähne an einem oder mehreren Zähnen des Magenmeridians, im Gegensatz zu 35 % bei gesunden Patienten.